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Am 25. Februar 2020 besuchten wir, die Schülerinnen und Schüler der 2 BK-Klasse, gemeinsam mit unserem Religionsprofessor, Mag. Alexander van Dellen, im Rahmen des Religionsunterrichts, die jüdische Synagoge in Innsbruck. Nachdem wir in den Religionsstunden der vorhergehenden Wochen viele Informationen über die Geschichte und die Grundlagen des Judentums gehört- und gemeinsam erarbeitet hatten, stand als Abschluss dieses Projekts ein Besuch in der Synagoge bevor. Herr Gritsch, der Sekretär der jüdischen Kultusgemeinde, brachte uns in ca. drei Stunden noch einmal viele Aspekte des Judentums näher und beantwortete uns wichtige Fragen. Bevor wir jedoch die Synagoge betreten durften, mussten unsere männlichen Mitschüler eine Kippa aufsetzen. Die Kippa stammt aus der Zeit, als das jüdische Volk in der Wüste lebte und wurde ursprünglich als Kopfbedeckung getragen, um sich vor der Hitze zu schützen.

Sie symbolisiert, dass wir Menschen begrenzt sind und wir eine höhere Macht über uns anerkennen. Anschließend gingen wir – nach Geschlechtern getrennt – jeweils links und rechts in die Bänke, was einigen von uns bekannt vorkam, da dies auch heute noch in manchen Dorfkirchen so üblich ist. Die erste Aufgabe für uns bestand darin, nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden von Synagoge und katholischen bzw. orthodoxen Kirchen sowie einer Moschee (es waren auch muslimische Schüler/Schülerinnen dabei) zu suchen. Als erste Gemeinsamkeit zwischen Kirche und Synagoge entdeckten wir das „Ewige Licht“, das die Anwesenheit Gottes in diesem Raum symbolisiert. Anstelle eines Altars ist in jeder Synagoge ein sogenannter „Thoraschrein“ zu finden, in dem die Thorarollen (= die fünf Bücher Mose) aufbewahrt sind, aus denen bei jedem Gottesdienst hebräische Teile verlesen werden. Erstaunt waren viele von uns, dass jüdische Kinder bereits mit drei Jahren hebräisch lernen müssen, um die Texte im Gottesdienst verstehen zu können. Anstelle eines Kreuzes entdeckten wir an einer zentralen Stelle im Raum den Judenstern, dessen Bedeutung uns Herr Gritsch sehr anschaulich und eindrucksvoll erklärte.

Dass im Vergleich zu katholischen und orthodoxen Kirchen in einer Synagoge kein einziges Bild zu finden ist, hängt mit dem strikten Bilderverbot der Juden zusammen, das eines der 613 Gebote bildet. Im Anschluss an die interessante Erkundung des Raums, erzählte uns Herr Gritsch die sehr traurige Geschichte der Innsbrucker Synagoge, die in der Reichskristallnacht 1938 zerstört- und erst 1984 wieder an derselben Stelle erbaut und 1993 eingeweiht wurde. Seit dieser Zeit zählt die Kultusgemeinde Tirol und Vorarlberg nur mehr 120 Mitglieder. Da nach jüdischem Gesetz ein gültiger Gottesdienst 10 Männer benötigt, findet nur einmal im Monat an einem Sabbat ein Gottesdienst in der Synagoge satt. Trotz der vielen Unterschieden aller drei Religionen, hob Herr Professor van Dellen abschließend die Gemeinsamkeiten hervor. Als wichtigste Gemeinsamkeit sieht er, dass wir, Christen, Juden und Muslime, zum selben Gott beten und denselben Stammesvater Abraham haben. Es war für uns alle ein sehr interessanter Vormittag, der es uns ermöglichte, einmal hautnah mit dem jüdischen Glauben und der jüdischen Kultur in Kontakt zu kommen. An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei Herrn Gritsch und Herrn Professor van Dellen bedanken, die uns diese Begegnung ermöglicht haben!

Simon Hebein, 2 BK-Klasse

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